Auslandsaufenthalt Neuseeland

Update #3 der langweiligste erste Schultag und meine zweite Familie

9. Februar 2018

Ein weiterer Schultag und sogar schon meine erste Woche auf dem WaiCol sind zu Ende. Der neuseeländische Alltag hat mich gepackt.

Mir geht es im Moment besser denn je. Starkes Heimweh hatte ich seit meinem letzten Blogeintrag nicht mehr, natürlich vermisse ich meine Freunde und Familie, aber wenn ich ehrlich bin, erscheint mir Deutschland und mein deutscher Alltag (der quasi so aussah: essen, Schule, lernen, essen, kurz relaxen, schlafen und wieder Schule) extrem weit entfernt. Ich hab mich schon sehr an den relaxten Lifestyle und den kompletten neuseeländischen Alltag gewöhnt, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, dass in 8 Monaten wieder in den Flieger steigen werde und zurück nach Deutschland fliegen.
Meine Gastfamilie habe ich schon sehr ins Herz geschlossen und immer noch bin ich sehr glücklich und dankbar mein „exchange year“ mit den Dreien verbringen zu dürfen.
Am vergangen Wochenende wurde mir dann erst richtig klar, wie sehr mir meine Gastfamilie in der kurzen Zeit schon ans Herz gewachsen ist.
Ich fühle mich wirklich wie ein Teil der Familie und schon lange nicht mehr wie ein Gast.
Meine Gastschwester Olivia und ich sind mittlerweile schon wie richtige Geschwister. Von der Tatsache, dass wir uns erst rund 2 Wochen kennen ist nichts mehr zu spüren. Wir gehen uns gegenseitig gespielt auf die Nerven, machen Witze über den anderen…ach und dann wäre da noch unsere gemeinsame Liebe für getrocknete Feigen. 

Letztes Wochenende war ich mit meiner Familie auf einer Einweihungsfeier, auf der natürlich viele Freunde und Bekannte meiner Gasteltern waren, denen meine Gastmutter mich dann mit „my German daughter“ vorgestellt hat. Das ist nur eine Kleinigkeit, aber das hat mir wirklich das Gefühl von Zugehörigkeit gegeben und genau das schätze ich wirklich sehr. Meine Gastfamilie behandelt mich nicht wie ein Gast, der in 8 Monaten wieder nach Hause verschwindet, sondern sie haben dafür gesorgt, dass ich mich hier wie zu Hause fühle und das ist ihnen auch sehr gut gelungen.

Der zweite große Bestandteil meines Alltags ist natürlich die Schule.
(Ich besuche das WaiCol (Wairarapa College) in Masterton).
Wie es mir gefällt? Der Schultag in Neuseeland unterscheidet sich schon sehr vom Deutschen, ich werde dazu sogar wahrscheinlich einen eigenen Blogbeitrag verfassen, einfach will es so viele Unterschiede gibt. Zunächst war ich davon nicht sehr begeistert, da ich eine sehr ehrgeizige und zielstrebige Schülerin bin und auch noch den „Stress“ und Druck der deutschen Schule gewohnt war. Das klingt für viele jetzt vielleicht etwas seltsam, aber ich musste mich erst mal an die vielen Pausen und die lockere Atmosphäre in der Schule gewöhnen. Ich bleibe für 5 Unterrichtsstunden bis 15:05 Uhr in der Schule, was mir am Anfang vorkam wie die größte Zeitverschwendung überhaupt. „In Deutschland muss ich bei einem 5h-Tag nur bis 12:05 Uhr in der Schule bleiben.“ „Wieso sind die Tage hier so lang und uneffektiv? Ich bin doch nicht hierher gekommen, um den ganzen Tag in der Schule zu sitzen für nichts.“ und Ähnliches ist mir durch den Kopf gegangen. Dazu kam, dass ich nicht mit allen Fächern, die ich gewählt hatte glücklich war. Es ist anders und irgendwie auch komisch, aber langsam gewöhne ich mich daran und finde es sogar ganz entspannend vielen Pausen zu haben, in denen man übrigens sehr gut mit Leuten ins Gespräch kommen kann. Die Leute sind insgesamt sehr lieb. Wenn ich allein auf der Wiese rumirre, auf der die meisten Schüler in kleinen Gruppen ihre Pause verbringen, weil ich mich mit niemandem verabredet habe oder wie am Anfang niemanden kannte, rufen sie auch und fragen, ob ich mich zu ihnen setzen möchte oder ansonsten frage ich einfach und bis jetzt hat noch nie jemand „nein“ gesagt. Also es ist zwar manchmal schwer, wenn  man dann wirklich allein herumirrt und nicht weiß, wo man sich jetzt hinsetzen soll, aber die Neuseeländer sind wirklich sehr bemüht und so ist das alles auch schon nicht mehr so schlimm.
Mittlerweile kenne ich jetzt auch schon ein paar Leute und das “Problem” löst sich langsam auf.

Noch ein kleiner Sprung in die Vergangenheit:
Um den ersten Tag in der Schule wird ja immer ein sehr großes Thema gemacht, aber ich muss euch in dieser Hinsicht leider enttäuschen.
Der erste Schultag war sehr ereignislos. Eigentlich bestand er nur aus einer Maori-Zeremonie, um alle neuen Schüler zu begrüßen und dem Besprechen und Organisieren unserer Stundenpläne, was wirklich sehr schnell hätte erledigt werden können, aber es lief auf ein ewiges Warten und gelangweiltes Sitzen in einem Besprechungsraum heraus. Weil an diesem Tag auch abgesehen von den „internationals“ nur die neuen Schüler, also aus Year 9 und die Schüler aus Year 13, welche den 9ern die Schule zeigen sollten, da waren, zählt dieser vielleicht auch nicht als wirklicher Schultag, aber das war auf jeden Fall auch schon der erste Tag in der Schule.

So und zuletzt noch ein paar Bilder von der Einweihungsfeier und dem ersten Schultag.

Haha erster Fail: ich hab die Krawatte angezogen, obwohl die zur Winteruniform gehört. Mein Talent 🙂

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5 Comments

  • Reply Birgit 10. Februar 2018 at 17:24

    Wow, jetzt hast du uns lange warten lassen auf die Neuigkeiten. Die Bilder sind natürlich auch super. Vor allem, da die meisten hier das Land gar nicht kennen. Da solltest du mit Photos nicht sparen. Wir platzen doch alle vor Neugierde. Danke für die Infos und dann weiterhin viel Spaß und tolle Erlebnisse. Kuss MAMA

  • Reply Paulina Ott 11. Februar 2018 at 12:20

    Hört sich alles super spannend an*-*

  • Reply Grace 11. Februar 2018 at 15:49

    I’d like to see some more photos, looks pretty interesting, keep going?

  • Reply Sauter Manuela 11. Februar 2018 at 15:52

    Liebe Sophia, auch ich habe mich riesig über deinen neuen Eintrag gefreut. Finde es sehr spannend, so ein bißchen an deinem Abenteuer teilnehmen zu dürfen. Ich wünsche dir, dass du weiterhin so eine schöne Zeit in Neuseeland verbringen darfst.
    Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland sendet dir Manuela

  • Reply Svenja 12. Februar 2018 at 22:46

    Liebes Cousinchen <3
    Ich freue mich wirklich sehr, so viele glückliche Dinge von dir zu lesen! Da bin ich doch sehr froh, dass dein Abenteuer gut gestartet hat und du dort drüben sehr gut aufgehoben zu sein scheinst ☺️ Und für mich ist es wunderschön daran ein bisschen teilhaben zu können durch deinen super Blog!!☺️ Ich freu mich auf die nächsten Beiträge und wünsch dir bis dahin ganz viele weitere tolle Erfahrungen :*
    Deine Svenja

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