Auslandsaufenthalt Neuseeland

Update #6 Immer was zu tun

16. April 2018

Masterton, 09.03.18; 9:20am

Wie jeden Freitag habe ich auch heute einen “late-start”, was bedeutet, dass mein eigentlicher Unterricht erst um 9:35am beginnt. Eigentlich kam ich in die Schule um Hausaufgaben zu machen und Mathe zu lernen, aber offensichtlich sitze ich jetzt hier und schreibe diesen Blogbeitrag. Wie auch immer,  ich kann die Schulsachen auch noch am Wochenende machen.

Um ehrlich zu sein, stresse ich mich auch nicht so sehr wegen der Schule. Ich nehme es ernst und es ist nicht so, dass mir die Schule egal ist, aber der Stress den ich eindeutig in Deutschland hatte und den ich mir auch teils selbst gemacht habe, einfach aufgrund meines eigenen Ehrgeizes und Perfektionismus, bleibt aus. Hier mache ich meine Hausaufgaben und auch für mein erstes “assessment” habe ich ein bisschen gelernt, aber wenn mich meine Freunde fragen, ob ich mit ihnen treffen möchte, bevorzuge ich immer das und mache meine Schulsachen an einem anderen Tag ohne mich schlecht zu fühlen. Ich meine, ich bin nicht nur wegen schulischem Profit hier, ich will während meiner Zeit am anderen Ende der Welt auch etwas erleben.

Masterton, 10.03.18; 04:43 pm

Nachdem der Schulgong erklungen ist und mein Unterricht begann, hatte ich dann gestern keine Zeit mehr weiter zu schreiben, deshalb mache ich das jetzt.

Trotz, dass viele denken, dass man bei einem “high School”-Jahr, durch die Tatsache, dass man zur Schule gehen muss, nicht viel sieht und unternimmt, habe ich das Gefühl, dass ständig Ausflüge, Trips oder Schulevents auf dem Plan stehen, aufgrund deren ich keinen normalen Unterricht habe. Und wenn ich zurück überlege, gab es bis jetzt höchstens zwei Wochen, in denen keinerlei Events waren und ich fünf Tage wirklich nur den Unterricht besucht habe. Selbst meine Gastmutter lacht schon, wenn ich ihr wieder eine “Permission form” für einen Trip zum Unterschreiben gebe.

Ich war zum Beispiel mit den anderen internationalen Schüler meiner Schule in Wellington und habe mir eine Art Maorizeremonie angeschaut. Im Insgesamten sind die Ureinwohner Neuseeland, die Maori, sehr wichtig in Neuseeland. Dementsprechend waren die Eröffnung des Kupe-Festivals im Hafen von Wellington sehr gut besucht und besonders für Menschen, wie mich, die noch nie zuvor in Neuseeland waren und nicht viel über die Bräuche und Geschichte der Ureinwohner Neuseelands wissen, wirklich sehr beeindruckend. Der Grund für das Festival ist Kupe, der nach der Mythologie der Maori der Entdecker von Aotearoa /Neuseeland war.

Wir standen also mit tausenden anderen Besuchern am Wasser und habe zugesehen wie traditionelle Kanus in den Hafen gefahren kamen, ein Chor traditionelle Lieder gesungen hat, ein Mann und eine Frau in beeindruckenden traditionellen Gewändern auf riesigen Podesten standen und abwechselnd dem jeweils andern am anderen Ende des Hafens zu gesungen haben und der Haka, ein traditioneller Maori Tanz getanzt wurde.

Letzte Woche am Freitag war ich mit den Musikschülern dann nochmal in Wellington. Wir waren zuerst im “future plaground”, eine Art Museum, indem man moderne Technologien austesten und betrachten kann. Beispielsweise konnte man 3D-Brillen aufsetzen, welche einem das Gefühl gaben sich an einem komplett anderen Ort zu befinden, durch ein App, die man auf sein Handy downloaden konnte, begannen die Gemälde sich beim Betrachten durch die Handykamera zu bewegen und vieles mehr. Gegen Nachmittag gingen wir dann ins “Capital E”, indem wir dann mit professionellem Kameraequipment unsere eigene Nachrichtenshow gedreht haben (die hoffentlich nicht vor der ganzen Schule im Assembly ausgestrahlt wird :)) und am Abend sich wir dann alle zusammen noch in eine Opera gegangen. Leider wurde nicht so viel getanzt und gesungen wie wir es uns erhofft hatten, aber trotzdem war der Tag wirklich sehr schön und ich hatte unglaublich viel Spaß.

Ansonsten war ich noch bei den Golden Shears (was absolut nicht mein Ding war und den Hype meiner Meinung nach auch nicht verdient hat),es war  der erste Teil  der athletics days und ein “teachers-only-day” .

Das sind jetzt die Dinge, an die ich mich im Moment noch erinnern kann. Jedenfalls ist hier immer was los.

Auf nächste Woche freue ich mich auch schon. Am Montag ist athletics day, nachdem er letzte Woche abgesagt wurde wegen  schlechtem Wetter und ich bin mir sicher, dass das wirklich lustig wird. Jeder kleidet sich in den Farben seines Hauses und feuert die Sportler, die sich beim letzten mal qualifiziert haben, an und hofft dass sein Haus genug Punkte sammelt und gewinnt. Fragt mich nicht warum, es ist mir absolut schleierhaft, aber irgendwie wurde ich qualifiziert, also muss ich jetzt in der Kategorie “100-sprint gegen die anderen qualifizierten Mädchen in meinem Altern antreten. Das finde ich eher weniger erfreulich, aber naja, das wird bestimmt trotzdem lustig. Am Dienstag gehe ich mit meinem Geo-Kurs an einen Fluss und untersuche das Wasser, am Mittwoch fahre ich mit meinem Science-Kurs zum “Castle Point”, was ein Strand in meiner Nähe ist und weil das mein erstes Mal nach den “orientation-days” am Strand wird, kann ich es gar nicht abwarten und freue mich schon unglaublich darauf.

Wie ihr seht, habe ich hier wirklich einen vollen Terminplan und das ist gut so. Ich will ja schließlich nicht in sieben Monaten zurück nach Deutschland fliegen mit dem Wissen , dass ich meine Zeit viel intensiver nutzen hätte können. Ich genieße meine Zeit hier wirklich und freue mich auf jeden einzelnen Tag, an dem ich mit meinen Freunden in der Schule rumhänge, auf einen Ausflug oder eine Party gehe, einen Filmeabend mit meiner Gastfamilie mache oder irgendetwas anderes. Ich habe das Gefühl jeder Tag hier gibt mir was. Ohne kitschig klingen zu wollen, ich spüre wirklich wie ich an den Herausforderungen und teils ungewohnten Umständen wachse. Des Weitern unternehme ich, habe Spaß und erlebe ich hier so viel, dass ich schon jetzt meine Zeit in Neuseeland als unvergesslich oder sogar als die beste Zeit meines 15 Jahre alten Lebens bezeichnen kann.

                                                                     “future playground” Wellington:

                                                                         Kupe-Festival-Eröffnung:

 

 

 

 

 

                                                                 Golden Shears:

 

 

 

 

 

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